Die Wiedergeburt der künstlichen Intelligenz

In der letzten Zeit ist die künstliche Intelligenz (KI) oder auf Englisch Artificial Intelligence (AI) wieder zu einem Hype-Thema in der IT geworden. Systeme wie Watson von IBM oder Einstein von Salesforce stehen inzwischen für gelungene Beispiele für künstliche Intelligenzen. Als spektakuläre Leistung von Watson kann der bereits 2011 errungene Sieg des Computersystems in der amerikanischen Version von “Wer wird Millionär?” bezeichnet werden. Seitdem wurde das System weiterentwickelt und kann in den verschiedensten Gebieten eingesetzt werden, so in der Erkennung und Klassifizierung von Bildern. Wer sich von den Leistungen von Watson in diesem Bereich ein Bild machen möchte, kann es auf der Seite “Visual Recognition” in der IBMWatson Developer Cloud kostenlos ausprobieren. Die Basis von Watson ist DeepQA ein System, das verschiedene Algorithmen mit der Fähigkeit zu lernen kombiniert.

Einstein des CRM-Spezialisten Salesforce versucht ebenfalls mit der Kombination verschiedener Techniken wie Deep Learning, Predictive Analytics und intelligenter Klassifizierung der vorhandenen Daten die Bedürfnisse und Vorlieben der Endkunden zu ergründen und darauf aufbauend z.B. Empfehlungen für Marketingaktionen auszusprechen.

Während diese beiden Systeme sicherlich die Leuchttürme im Bereich der künstlichen Intelligenz darstellen gibt es viele weitere Systeme oder auch Frameworks, die dazu einladen die Methoden einfach einmal auszuprobieren. Stellvertretend sei dazu die Seite von Microsoft “Machine Learning” empfohlen.

Natürlich sind diese beeindruckenden Ergebnisse nicht von heute auf morgen entstanden. Lassen Sie uns daher kurz auf die Geschichte der künstlichen Intelligenz zurückblicken.

Die Hoffnung eine Maschine bauen zu können, der im Sinne des Menschen als intelligent und kreativ zu bezeichnen ist wurde durch den Mathematiker Alan Turing gelegt. Er entwickelte die sogenannte Turing-Maschine und bewies, dass es mit dieser Turing-Maschine möglich ist jedes Problem zu lösen, falls es sich überhaupt um ein lösbares Problem handelt und für die Lösung ein entsprechender Algorithmus existiert.

Sollte es also möglich sein im Menschen die Vorgänge in Bezug auf intelligentes Verhalten durch Algorithmen darstellen zu können, dann gibt es eine Maschine, welche die Intelligenz des Menschen nachbilden kann.

Die technische Grundlage dafür wurde der Digitalcomputer. Beginnend mit dem sog. Turing-Test gab es in den 1950er-Jahren die ersten Erfolge. Ein KI-System konnte etliche mathematische Theorem beweisen, was bisher dem Menschen vorbehalten war.

Einen weiteren Höhepunkt erlebte die KI in den 1980er-Jahren als Japan das “5th Generation”-Projekt startete. Neben der symbolverarbeitenden künstlichen Intelligenz war auch die Geburtsstunde der neuronalen Netze. Trotz immenser Anstrengungen war die Ergebnisse doch eher bescheiden. Dies lang nicht zuletzt an der zu geringen Leistungsfähigkeit der damaligen Computer.

Die Öffentlichkeit wurde erst 1997 wieder aufmerksam als es dem Schachcomputer Deep Blue von IBM erstmals gelang Garry Kasparov, den damaligen Schachweltmeister zu schlagen. Doch war damals weniger Intelligenz im Spiel als eine große Rechenleistung, die es Deep Blue ermöglichte sehr viele Halbzüge im Voraus zu berechnen und den Zug auszuwählen, der die größte Erfolgswahrscheinlichkeit für einen Spielvorteil verspricht.

Ab 2010 begann dann die Kommerzialisierung der Systeme mit künstlicher Intelligenz. Grundlage dafür waren neue Methoden wie Deep Learning, leistungsfähige Hardware, wie z.B. GPU’s cloudbasierte Angebote für “Jedermann” und die durch das Internet zur Verfügung stehenden großen Datenmengen als Basis für das Anlernen der Systeme.

Das Thema künstliche Intelligenz ist und bleibt spannend. Bei aller Euphorie sollten wir aber immer daran denken diese Systeme nur zum Wohl der Menschheit einzusetzen.

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