Holen Sie das Smartphone so schnell wie sicher möglich aus der Flüssigkeit. Trennen Sie Kabel und Zubehör. Schalten Sie es aus. Tupfen Sie das Gehäuse trocken und laden Sie das Gerät nicht. Feuchtigkeit im Gerät kann Kontakte beschädigen. Ein kurzer Funktionstest zeigt nicht zuverlässig, ob noch Feuchtigkeit im Inneren ist.
Diese Schritte gelten für viele Modelle. Hersteller geben teils andere Hinweise und Wartezeiten vor. War das Smartphone untergetaucht, kam es mit verschmutzter Flüssigkeit in Kontakt oder verhält es sich auffällig, lassen Sie es in einer Reparaturwerkstatt prüfen.
Die ersten zehn Minuten
Die Zeitangaben sind eine Orientierung und ersetzen keine Vorgaben des Herstellers. Achten Sie zuerst auf Ihre Sicherheit. Greifen Sie nicht ins Wasser, solange das Gerät noch mit einer Steckdose oder einer anderen Stromquelle verbunden ist. Bei Rauch, starker Hitze oder einem aufgeblähten Gehäuse lassen Sie das Smartphone liegen und fassen es nicht weiter an.
- Gerät aus der Flüssigkeit nehmen. Nehmen Sie es so schnell wie möglich heraus, sofern das gefahrlos möglich ist.
- Kabel und Zubehör abziehen. Schalten Sie das Smartphone aus, falls es noch läuft. Ist es bereits aus, lassen Sie es ausgeschaltet.
- Hülle abnehmen und außen trocknen. Tupfen Sie das Gehäuse mit einem weichen, trockenen Tuch ab. Reiben oder schütteln Sie das Gerät nicht kräftig.
- Karten nur bei einfachem Zugriff entfernen. SIM- oder Speicherkarten können Sie herausnehmen, wenn das ohne Werkzeug und ohne Öffnen des Gehäuses geht.
- Nicht testen. Drücken Sie keine Tasten, starten Sie das Smartphone nicht und schließen Sie kein Ladegerät an. Legen Sie es an einen trockenen, gut belüfteten Ort.
Bei Flüssigkeit im Ladeanschluss können Sie das Gerät mit dem Anschluss nach unten sanft auf die Hand klopfen, damit überschüssige Tropfen herauslaufen. Apple empfiehlt diesen Schritt für iPhones. Er ist kein Grund, das Smartphone kräftig zu schütteln.
Was Sie mit einem nassen Smartphone vermeiden sollten
Laden Sie das nasse Smartphone nicht, auch nicht nur kurz zum Testen. Feuchtigkeit am Anschluss kann Kontakte und Kabel beschädigen. Wiederholte Einschaltversuche bringen ebenfalls keine verlässliche Auskunft über den Zustand im Inneren.
Verwenden Sie keinen Föhn, keine Heizung und keine heiße Luft. Wärme kann Bauteile und Akku belasten. Legen Sie das Smartphone auch nicht in Reis: Reiskörner können in Anschlüsse gelangen und entfernen keine Rückstände, die eine Flüssigkeit im Gerät hinterlassen hat.
Stecken Sie weder Wattestäbchen noch Küchenpapier oder andere Gegenstände in Lade- und Kopfhöreranschlüsse. Trocknen Sie die Öffnungen nur von außen. Hersteller geben für einzelne Details unterschiedliche Hinweise. Wenn Sie die Angaben für Ihr Modell nicht kennen, schieben Sie sicherheitshalber nichts in die Anschlüsse.
So trocknet das Smartphone
Lassen Sie das ausgeschaltete Gerät bei Raumtemperatur an einem trockenen, gut belüfteten Platz liegen. Ein sanfter Luftzug im Raum kann die Luftzirkulation verbessern; richten Sie jedoch keinen starken Luftstrahl und keine Druckluft auf die Anschlüsse. Die Hülle bleibt ab, bis das Gehäuse außen trocken ist.
Die Wartezeit hängt vom Modell und vom Kontakt mit der Flüssigkeit ab. Apple empfiehlt bei einer Flüssigkeitswarnung am iPhone-Anschluss, mindestens 30 Minuten zu warten, bevor Sie das Kabel erneut anschließen. Die Trocknung kann laut Apple bis zu 24 Stunden dauern. Für Galaxy-Geräte empfiehlt Samsung mindestens 24 Stunden Lufttrocknung. Apple und Samsung nennen diese Zeiten für bestimmte Fälle. Daraus folgt nicht, dass ein eingetauchtes Gerät nach genau dieser Zeit sicher funktioniert.
Schließen Sie das Gerät erst wieder an ein Ladegerät an, wenn es vollständig trocken ist und keine Flüssigkeitswarnung mehr erscheint. Wurde das Smartphone untergetaucht, ist Flüssigkeit ins Gehäuse gelangt oder verhält es sich ungewöhnlich, lassen Sie es vorher prüfen. Von außen lässt sich nicht zuverlässig feststellen, ob noch Feuchtigkeit im Gerät ist.
Meerwasser und andere Flüssigkeiten
Meerwasser und Poolwasser hinterlassen andere Rückstände als sauberes Wasser. Das gilt auch für Getränke und Seifenlauge. Salz und Verunreinigungen können Korrosion fördern. Teilen Sie einer Werkstatt daher mit, welche Flüssigkeit das Gerät getroffen hat und ob es eingetaucht war.
Spülen Sie ein Smartphone nicht pauschal unter dem Wasserhahn ab. Manche Hersteller geben für bestimmte Modelle und bestimmte Flüssigkeiten eigene Hinweise zum Entfernen von Rückständen. Diese gelten nicht automatisch für jedes Gerät. Bei verunreinigter Flüssigkeit lassen Sie das Gerät möglichst schnell von einer Werkstatt prüfen.
Auch ein Schutz gegen Wasser ist keine Garantie für jeden Kontakt. Eine IP-Schutzangabe nennt die Bedingungen, unter denen das Modell auf Wasserschutz geprüft wurde. Sie gilt nicht automatisch für Salzwasser oder Getränke und auch nicht für jedes gebrauchte Gerät. Stürze können den Schutz beeinträchtigen. Das gilt auch für Verschleiß und frühere Reparaturen.
Wann das Smartphone in die Werkstatt sollte
Lassen Sie das Smartphone möglichst bald prüfen, wenn es längere Zeit unter Wasser war, Flüssigkeit ins Gehäuse gelangt sein könnte oder es mit Meerwasser, Poolwasser oder einem Getränk in Kontakt kam. Dass sich das Smartphone zunächst einschalten lässt, schließt Schäden im Inneren nicht aus. Ladefehler, Startprobleme und ausgefallene Funktionen sind weitere Gründe für eine Diagnose.
Beenden Sie jeden eigenen Reparaturversuch sofort, wenn das Gerät ungewöhnlich heiß wird oder raucht. Stoppen Sie auch, wenn Dampf austritt oder sich das Gerät aufbläht. Blubbern und Schmelzspuren sind ebenfalls Gründe, den Versuch sofort zu beenden. Solche Anzeichen können auf ein Problem mit dem Akku hindeuten. Laden oder öffnen Sie das Gerät dann nicht.
Ob sich eine Reparatur lohnt, hängt vom Gerät und vom Kostenvoranschlag ab. Lassen Sie sich einen Kostenvoranschlag geben und vergleichen Sie ihn mit dem Wert eines Ersatzgeräts. Beziehen Sie auch Alter und Zustand des Smartphones ein. Sind gespeicherte Daten besonders wichtig, sprechen Sie vor weiteren Versuchen mit einer Werkstatt, die Datenrettung anbietet.
